Evangelischer Kirchentag 2007 – Thierse: Macht haben ganz andere

Bundestagsvizepräsident Dr. h. c. Wolfgang Thierse, MdB; Karin Kortmann, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und Rudolf Westerheide, EC-Bundespfarrer, waren die Gäste zur Veranstaltung „Was ist Sache? – Junge Leute fragen Prominente“. Diese dreitägige Veranstaltungsreihe beim 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln wurde vom Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) und vom Jugendverband „Entschieden für Christus“ (EC) veranstaltet.

Ein Kirchentagsteilnehmer wollte von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse wissen, ob die Macht der Kirchen gegenüber der Politik, z.B. bei ethischen Fragen, nicht viel zu groß sei. Er verneinte. Von Macht könne man dabei nicht sprechen, so Thierse. Die Kirchen würden sich lediglich in die Diskussion einbringen und das sei legitim. Macht hätten ganz andere in unserem Land, wie zum Beispiel große Konzernen und Banken.

„Glauben Sie, dass der Islam dem Christentum gefährlich werden wird?“, fragte ein Kirchentagsteilnehmer. „Das hängt nicht nur vom Islam ab, sondern auch vom Christentum“, so Thierse. Er rief in dem Zusammenhang zum interreligiösen Dialog auf. Dieser dürfe aber nicht nur den Austausch von Nettigkeiten beinhalten. Christen sollten sich in diesem Dialog selbstbewusster einbringen.

Auf die Frage, was evangelische von katholischen Christen lernen könnten, war seine Antwort: „Mehr Verbindlichkeit“. Auf die Fürbitte für Politiker angesprochen, versicherte der Bundestagsvizepräsident, dass er sich freue, wenn für Politiker gebetet werde. Politiker seien genauso armselige Menschen wie andere auch und brauchten das Gebet. Der Unterschied zu anderen Menschen bestehe lediglich darin, dass ihre Entscheidungen häufig größere Folgen hätten und in der Öffentlichkeit stattfinden würden.

Karin Kortmann, MdB und Parlamentarische Staatsekretärin im Bundesentwicklungshilfeministerium, findet ihre Heimat in der katholischen Kirche. Hier habe sie ihre Freunde kennengelernt. Im Gegensatz dazu sei die SPD lediglich die Organisation, deren politische Überzeugung sie teile. Hier würde sie nicht von Heimat sprechen.

Die Staatssekretärin, die früher Bundesvorsitzende des BDKJ (Bund der Katholischen Jugend) war, wurde gefragt warum sie denn als Frau überhaupt in der katholischen Kirche bleibe, angesichts der Unterdrückung von Frauen. Kortmann räumte ein, dass viele Veränderungen, die auch sie sich in dieser Hinsicht wünsche, wohl nicht mehr zu ihren Lebzeiten eintreten werden. Sie verwies in dem Zusammenhang auf den Demokratieförderplan, den der BDKJ in ihrer Amtzeit als Vorsitzende beschlossen habe und der inzwischen längst in Leitzordnern verschwunden sei. Sie habe aber auch als Frau durchaus Möglichkeiten sich in ihre Kirche einzubringen, zumal sie ohnehin nie Priesterin oder Diakonin habe werden wollen.

Karin Kortmann bekannte sich zur Förderung von Jugendverbänden durch Kirche und Staat. Hier würden junge Menschen Schlüsselqualifikationen erwerben. Sie selber sei mit zwölf Jahren Mitglied der katholischen Pfadfinderorganisation DPSG (Deutsche Pfadfinder St. Georg) geworden. Geprägt wurde sie aber vor allem von ihrer Mutter, die immer berufstätig gewesen sei, und vom Bischof in ihrer ersten Arbeitsstelle, der sehr authentisch für Grundüberzeugungen gestanden habe. Solche Menschen gäbe es leider immer seltener, so Kortmann.

„Was bedeutet für Sie, Mensch werden?“ lautete eine Frage an EC-Bundespfarrer Rudolf Westerheide. So wie der Fisch dazu bestimmt sei im Wasser zu leben, sei der Mensch dazu bestimmt in der Nähe Gottes zu leben. Dabei solle er die Gaben entfalten, die Gott in ihn hineingelegt habe, so Westerheide.

In der nächsten Wortmeldung wurde der Stellenwert des Gebets hinterfragt und konkret, ob es ausreiche, einmal im Monat zum Gottesdienst zu gehen. Hierauf Westerheide: Meist sprächen wir mit Menschen, mit denen wir uns verbunden wissen. Manchmal tausche man Belanglosigkeiten aus, manchmal gäbe es tiefe Gespräche. Beziehungen zu anderen Menschen seien ohne Gespräch nicht denkbar. Genauso sei es beim Gebet. Dies gehöre zur Beziehung mit Gott einfach dazu. Westerheide empfahl den Gottesdienstbesuch nicht als zu erbringende Leistung zu verstehen. Vielmehr solle man sich fragen, warum man sich diese Möglichkeit entgehen lassen wolle.

Zum Thema „Ganztagesschule“ stellte Westerheide fest, dass sich die Zusammenarbeit der Partner geändert habe: Früher habe er sich als Leiter eines christlichen Jugendverbands gegenüber den Schulen eher als Bittsteller wahrgenommen. Inzwischen sei es nicht selten, dass Schulen aus eigenem Antrieb auf die Verbände zukommen.

Die Veranstaltungsreihe „Was ist Sache? – Junge Leute fragen Prominente“ wird moderiert von Sigrid Müller, Referentin für Jugendpolitik beim CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V. und Reiner Lux, Referent für gesellschaftsbezogene Arbeit beim CVJM-Westbund.

Pressemitteilung des CVJM Gesamtverbandes

Evangelischer Kirchentag 2007 – So funktioniert Politik nicht

Am Samstag, den 9. Juni 2007 waren Kanzleramtsminister Dr. Thomas de Maizière, Hermann Gröhe, Mitglied des Rates der EKD und Mitglied des Vorstandes der CDU/CSU-Fraktion, und Otto Fricke, MdB, Gäste bei der Veranstaltung „Was ist Sache? – Junge Leute fragen Prominente“, die der CVJM-Gesamtverband und der Deutsche EC-Verband gemeinsam auf dem 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag veranstaltet haben. Evangelischer Kirchentag 2007 – So funktioniert Politik nicht weiterlesen

Evangelischer Kirchentag 2007 – Probleme mit dem Kreuz

Am Freitag, den 8. Juni 2007 waren Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis90/Die Grünen), MdB, Eckart von Klaeden, MdB, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, und Ernst Burgbacher, MdB, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Gäste der Veranstaltung „Was ist Sache? – Junge Leute fragen Prominente“, die der CVJM-Gesamtverband und der Deutsche EC-Verband gemeinsam auf dem 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag veranstaltet haben.

Für Katrin Göring–Eckardt ist der regelmäßige Gottesdienstbesuch selbstverständlich und wenn dies einmal nicht möglich sei, fehle er ihr. Die Familie sei für sie der Ort, in der sie sich gut aufgehoben wisse.

Die Bundestagsvizepräsidentin sprach sich für das Recht muslimischer Frauen aus, ein Kopftuch zu tragen. Allerdings dürfe es keinen Zwang für muslimische Frauen geben, ein Kopftuch tragen zu müssen. Sie wies in dem Zusammenhang auf ihre DDR-Erfahrungen hin. So habe es für Schüler Probleme gegeben, wenn sie ein Kreuz getragen hätten, das von der Größe her nicht mehr als bloßes Schmuckstück akzeptiert worden sei.

Sie befürwortete eine stärkere Förderung von Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien. Denn noch immer hänge der Bildungserfolg vom Geldbeutel der Eltern ab. Die staatliche Gemeinschaft müsse sich vor allem um solche Kinder kümmern, deren Eltern nicht willens oder in der Lage seien, ihre Kinder selber zu fördern.

Ernst Burgbacher habe als ehrenamtlicher CVJM-Jungscharmitarbeiter sehr viel gelernt, was ihm später zugute kam. So habe er u. a. Streiten gelernt. Für ihn gehören christlicher Glaube und Politik zusammen. Der Christliche Glaube sei für ihn das Fundament aus dem heraus er Politik mache.

Der konkrete Anlass für sein politisches Engagement seien die Probleme gewesen, auf die er im Zusammenhang mit der Heirat seiner französischen Ehefrau gestoßen sei. So sei ihre Ausbildung in Deutschland nicht anerkannt gewesen. Dies habe sich inzwischen erfreulicherweise verändert. Heute würden Ausbildungen innerhalb der EU anerkannt.

Kritisch äußerte er sich zum EU-Beitritt der Türkei. Die Türkei brauche eine europäische Perspektive. Derzeit sei aber die Türkei noch nicht reif für einen EU-Beitritt. Umgekehrt sei auch die EU nicht in der Lage, die Türkei aufzunehmen, denn die EU habe immer noch Strukturen, wie zu Zeiten der Sechser-Gemeinschaft.

Für Eckart von Klaeden stehen die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands nicht im Widerspruch zum Eintreten für Menschenrechte. Deutschland habe beispielsweise nicht nur ein Interesse an russischem Öl und Gas, sondern auch daran, dass in Russland die Menschenrechte eingehalten würden.

Ein wichtiges Diskussionsthema war die Globalisierung. Es sei nicht fair, so der CDU-Außenpolitiker, wenn wir von anderen Ländern verlangen würden, dass sie ihre Märkte für unsere Produkte öffnen, während wir umgekehrt unseren Markt für ihre Arbeitskräfte dicht machten.

Die Auslandseinsätze der Bundeswehr werden seiner Meinung nach in den nächsten Jahren eher zu- als abnehmen. Dafür brauche aber die Bundeswehr mehr finanzielle Mittel. In den letzten Jahren sei der Verteidigungshaushalt immer stärker zurückgefahren worden.

Pressemitteilung des CVJM Gesamtverbands

Bobengrün – 10.000 Menschen besuchten Pfingstreffen

Letztes Wochenende besuchten wieder 10.000 Menschen das Pfingstreffen in Bobengrün, ca. 1000 übernachteten im Zeltlager.

Wer in diesem Jahr zur Pfingsttagung nach Bobengrün kam, den erwartete ein eigentümliches und merkwürdig fremdes Bild: Fast keine Bäume mehr da. Orkan Kyrill hatte im Januar in dem Waldstück kräftig gewütet. „Es ist irgendwie anders hier“, meinten denn auch viele der 10 000 Teilnehmer. Doch einmal genau hingeschaut und wird schnell klar: In Bobengrün ist vieles wie eh und je. Und das ist gut so. Bobengrün – 10.000 Menschen besuchten Pfingstreffen weiterlesen

CVJM Landestreffen: 22. bis 24.6.2007

Ein Highlight der besonderen Art wird das diesjährige Landestreffen des CVJM Bayern in direkter Nachbarschaft von uns. Nur ca. 45 Auto- oder Zugminuten von Nürnberg entfernt gibt es die Kombination Landestreffen und Geburtstagsfeier (der CVJM Neustadt/Aisch wird 100): CVJM Landestreffen: 22. bis 24.6.2007 weiterlesen

Blog ist online

Das Blog der CVJM in Nürnberg ist online! Hier sollen in Zukunft alle Neuigkeiten aus den CVJM in Nürnberg veröffentlicht werden. Alle Mitarbeiter sollen hier Berichte, News und Infos schreiben.

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Wer gehört zu wem?

Wer zu wem gehört, war in diesen Tagen nicht zu übersehen. Am Pfingstsonntag rollten die „Pokalhelden“ des 1.FC Nürnberg durch die Straßen und wurden von einem rot-schwarz kostümierten Publikum gebührend empfangen. Nach einem packenden schwäbisch-fränkischen Duell am Vorabend war die Stadt fest in der Hand der „Clubberer“. Und schön war´s! Meinen Freunden aus Baden-Württemberg in meinem E-Mail-Verteiler schickte ich noch in der Pokalnacht einen lieben Gruß. Die Freude bei den Empfängern war groß. Wer gehört zu wem? weiterlesen