Glauben

Zweifeln. Staunen.

Liebe Leser,

Für viele bedeutet „Glauben“, dass ich an Gott und die mit ihm verbundene Lehre nicht zweifel. Wer zwischen „zwei Fällen“ hin und her schwankt ist wie ein untauglicher Strohhalm im Wind. Der „Zweifler“ scheint der Gegentyp zu dem Gläubigen zu sein.

Doch diese weit verbreitete Ansicht ist mit all den zweifelnden Fragen, die sich in unübersehbarer Dichte quer durch die Bibel ziehen, nicht in Einklang zu bringen:

Seien es die Psalmbeter oder Hiob, die Propheten oder die Erzväter im Alten Testament – immer wieder begreifen sie Gottes Handeln nicht und bringen dies sehr klar zum Ausdruck. Jesus – Gottes Sohn selbst – hadert in verschiedenen Situationen mit Gott und den Menschen. Auch die so genannten Glaubenshelden wie Petrus und Paulus haben nicht ständig ein „Halleluja – wie klasse ist das Leben mit Gott“ auf den Lippen.

Den Schluss, den ich aus all diesen Beobachtungen ziehen kann, ist nur dieser: Zum Glauben gehört das Zweifeln, das Fragen – selbst das Rumoren – mit dazu. Ja mehr noch: Fragen und Zweifel sind geradezu ein Motor, neu mit Gott in Beziehung zu treten. Zu einem vertrauensvollen Miteinander gehört es dazu, sich gegenseitig ehrlich und direkt fragen zu können. So auch in der Beziehung zu Gott.

Dies gilt natürlich dann auch auf beiden Seiten: D.h. ich muss ebenso bereit sein, mich von Gott fragen zu lassen. Und das ist vielleicht das Hauptproblem von uns Menschen heutzutage. Wir sind schnell dabei zu fragen: „Gott, warum lässt du das zu? Bist du zu beweisen? Wem kann ich überhaupt heute noch glauben?“ Aber sind wir auch bereit, uns selbst von Gott fragen zu lassen? Ich merke, wie mir das persönlich oft schwer fällt.

Egal in welche Richtung die Fragen auch gehen. Im CVJM sind Fragen und Zweifel in Bezug auf den Glauben an Jesus Christus nicht nur geduldet, sondern erwünscht. Aus diesem Grund laden wir alle Interessierten herzlich ein, mit uns gemeinsam sich den Fragen des Glaubens zu stellen.

Auf zwei besondere Möglichkeiten, wo das Fragen nach Gott im Mittelpunkt steht, möchte ich hier aufmerksam machen. Vom 29. März bis 5. April laden wir zu „Zweifeln und Staunen – ProChrist 2009“ und ab dem 17. April zu einem erneuten Durchgang unseres Alpha-Kurses ein.

Und so bleibt mir nur zu wünschen, dass wir bei all den vielen alltäglichen Fragen, nicht die eine zentrale Frage nach Jesus Christus und dessen Bedeutung für mein Leben vergessen zu stellen.

Euer

Michael Götz

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