Als Bäcker auf den Mercyships – Interview mit Albert Ritter

Albert, du arbeitest als Bäckermeister im Ruhestand seit mehreren Jahren auf dem internationalen Krankenhausschiff „Mercyship“ in Westafrika ehrenamtlich mit. Selber hast du deine geistliche Heimat in der Bäckerarbeit des CVJM Kornmarkt. Wie kamst du darauf, dich auf dem Mercyship zu engagieren?

In unserem Posaunenchor, den Bäckerposaunen, hatten wir eine Krankenschwester, die für Mercyships gearbeitet hat. Sie gab mir ein Prospekt und da stand drinnen, dass sie einen Bäcker gebrauchen können. So habe ich mich beworben und bin genommen worden.

Wie oft und wie lange warst du schon dabei?

In diesem Januar war ich das siebte Mal auf einem Mercyship. Meistens blieb ich dort zwei Monate für einen Einsatz. Die Hitze setzt mir schon zu, weil man in der Backstube ja keine Klimaanlage brauchen kann, deshalb die verhältnismäßig kurze Zeit.

Naja, zwei Monate ist auch nicht gerade wenig. Bei sieben Einsätzen warst du damit schon über ein Jahr auf den Mercyships. Was sind dort deine Aufgaben?

Eigentlich muss man nur Brot backen und zwar Weiß- und Toastbrot. Für einen deutschen Bäcker ist das natürlich etwas zu einseitig. Und wenn ich irgendwo her Roggenmehl bekommen habe, dann schlägt mein Bäckerherz höher. Denn dann werden Brötchen, Croissants, Kuchen und andere Spezialitäten gebacken.

Da komme ich dann mit acht Stunden am Tag nicht ganz aus. Außerdem beteilige ich mich noch bei Besuchsdiensten in Gefängnissen, Krankenhäusern, Gemeinden und in Kinder- und Waisenheimen. Gerne spiele ich auch am Klavier und spiele in der Tischtennisgruppe mit. Ab und zu muss man auch seine Wäsche waschen und die Kabine sauber halten, denn das wird 14-tägig vom Kapitän höchstpersönlich kontrolliert.

Was motiviert dich, dort immer wieder mitzuarbeiten und die Strapazen auf dich zu nehmen?

Wenn ich sehe, wie ich die Crew mit einem guten Frühstück erfreuen kann, dann bin ich motiviert! Sie gehen dann alle einfach fröhlicher an ihr schwieriges Tagwerk in der medizinischen Versorgung der Einheimischen.

Mehr Informationen: www.mercyships.de

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