Germany calling

Es war soweit – unser letzter Tag im „Reich der Mitte“ war angebrochen. Jeder konnte die Nachwehen des vergangenen Abends individuell behandeln – ob beim Ausschlafen im gemütlichen Hotel-Bett oder bei einerm vormittäglichen letzten Rundgang durch die engen Straßen & Gassen Guangzhous. Einige verabredeten sich zum Frühstück in verschiedenen nahgelegenen Restaurants – andere wiederum nutzten die Zeit, die vielen Souvenire und Gastgeschenke in den natürlich viel zu kleinen Koffern zu verstauen. Passt die Drohne noch rein?!

Schließlich war es dann soweit und wir checkten aus. Nun ging im Privat-Bus nach Shamian-Island, wo wir über den YMCA Zugang zu einer deutsch-chinesischen Kunstgallerie. So unterschiedlich die Reaktionen darauf ausfielen, so geehrt fühlten wir uns, als wir anschließend einer traditionellen Tee-Zeremonie beiwohnen durften.

Eine Ehrenamtliche aus dem YMCA führt uns in die Geheimnisse des chinesischen Tees ein

„Was waren deine Highlights? Was hat es nicht gebraucht? Was hast du über die chinesische Kultur, Sprache usw. gelernt? Was hast du über dich selbst gerlernt?“ Wie wichtig das Festhalten des Erlebten ist, zeigten die anschließenden zwei Stunden. In verschiedenen Konstellationen nahmen wir uns Zeit und reflektierten die gemeinsame Zeit in Hong Kong und Guangzhou. Neben der Toilettenaussicht im 99. Stock des IFC-Towers in Guangzhou standen v.a. die Begegnungen mit den Studenten aus Guangzhou hoch im Kurs. Außerdem besprachen wir ausfühlich die offensichtlichen Unterschiede zwischen alt & arm, jung & alt, Zurückhaltung & Offenheit usw. die wir in den Tagen v.a. in Hong Kong erlebt hatten.

Den Abschluss des Tages bildete ein festliches „Farewell-Dinner“ in einem schicken Restaurant. Wer noch kein kaltes Hühnchen oder Loutusblüten gegessen hatte, konnte hier nochmal typisch-chinesisches Essen probieren. Die Gespräche konnten nur vom abfahrbereiten Bus unterbrochen werden und so mussten wir schweren Herzens „Goodbye“ sagen. Gastgeschenke wurden verteilt und Erinnerungsfotos geschossen – die Zeit in China war vorbei.

Schwere Entscheidung – welche Reihe nehme ich?

Noch am selben Tag, kurz vor Mitternacht, hob die Boeing 777 vom Airport in Guangzhou ab. An Bord 21 müde, teils hungrige aber glücklich und erfüllte Deutsche.

Luxushotel von Innen

Der Tag begann mit einer schwierigen Entscheidung. Aufstehen oder noch liegen bleiben, Frühstücken gehen oder nicht, etwas essen und sich für einen vollgeplanten Tag stärken oder doch noch lieber mehrmals die Schlummertaste drücken.

5-Sterne-Luxushotel – wir bekamen dirkete Einblick in das „China-Hotel“ der Marriott-Group.
Ein Mitarbeiter aus Österreich steht uns Rede und Antwort.

Nach dem frühstücken, oder eben auch nicht, ging es dann in Richtung Marriott Hotel, um dort Einblicke hinter die Kulissen zu erhalten. Angekommen, wurden wir sehr nett und herzlich empfangen. Zu Beginn gab es eine Einführung, in der uns die Historie der Hotelkette aufgezeigt wurde. Anschließend gab es einige Minuten, um mit verschiedenen Angestellten aller Bereiche Gespräche zu führen. Daraufhin wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt und uns wurde das Hotel gezeigt. Bei etwa 800 Zimmern auf 17 Stockwerken, diversen Restaurants, Cafés & Bars, sowie Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten, gab es sehr viel zu sehen. Abschließend hatten wir noch ein Mittagessen in der Angestelltenkantine.

Als nächstes standen zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Den Yuexiu-Park besichtigen oder ins „Museum des Nanyue-Königs“ gehen. Bei rund 20°C und strahlendem Sonnenschein fiel vielen die Entscheidung nicht schwer und somit ging der größte Teil in den Park. Dort wurde uns dann freie Wahl zur Gestaltung unserer Zeit gelassen. Von Tretboot fahren, über den Park erkunden oder doch einfach nur Sonne tanken, war alles vertreten. Mit der Wahl des Museums, machte man jedoch auch alles richtig. Hier konnte man das Grab des Nanyue-Königs von vor 2000 Jahren bestaunen, was bei Bauarbeiten in den 80er Jahren „versehentlich“ entdeckt wurde. Neben der Grabkammer gab es außerdem eine riesige Ausstellung aller Schmuckstücke und Siegelringe, die unter der Erde dort gefunden wurden.

Bootfahren im Yuexiu-Park

Anschließend gab es ein wenig Freizeit, die die meisten noch damit genutzt haben, die letzten Souvenirs und Mitbringsel zu  besorgen.

Als krönenden Abschluss ging es noch auf eine Schiffstour auf dem Pearl River. Die untergehende Sonne und beleuchteten Gebäude, Brücken und Schiffe, sorgten für eine spektakuläre und atemberaubende Aussicht.

Der Canton-Tower bei Nacht

Nach diesem beeindruckenden Erlebnis neigte sich der Tag dem Ende und jeder konnte sich den Abend frei gestalten.

Begegnungen mit Jung und Alt + City Hunt:

Heute wurde unsere Gruppe in zwei Teile geteilt.

Die erste Gruppe besuchte die YMCA Einrichtung, welche sich für die ältere Generation engagierte.  Gemeinsam mit den Ehrenamtlichen besuchten wir immer in zweier oder dreier Gruppen die Ältesten zuhause. Dort wurden wir viel fotografiert und erfuhren mehr über deren Leben. Die älteste Dame war 102 Jahre alt und hatte insgesamt mit all ihren Kindern, Enkel und Großenkel  54 Nachkommen.

Die zweite Gruppe besuchte eine chinesische  Grundschule. Die Kinder überraschten die Gruppe mit einer Show, sie tanzten als Drachen über den Schulhof und stellten sich auf Englisch vor.

Nach unseren Besuchen gab es wieder einen City Hunt. Die Gruppen hatten teilweise unterschiedliche Aufgaben, welche aber allesamt viel Spaß machten. Von einen Hühnerfuß kaufen bis zum in 99. Stock auf Toilette gehen oder einen Zungenbrecher auf Chinesisch lernen war alles dabei.

Um 5 trafen wir uns alle wieder am Hotel. Dort wurden uns die Informationen für den nächsten Tag gegeben und danach konnten wir die Zeit frei nutzen, um Essen zu gehen, noch weiter die Stadt zu erkunden oder uns einfach auszuruhen.

Tschaukowsky Hongkong, Hallo Guangzhou

Heute war für uns umziehen angesagt, von Hongkong ging es jetzt nach Guangzhou.

Nach dem Frühstück hieß es für alle Koffer packen und noch letzte Snacks für die Fahrt einkaufen.

Um 10 Uhr ging es dann mit einem Reisebus Richtung Guangzhou. Nach circa einer Stunde Fahrt, erreichten wir die Grenze Chinas und wurden kontrolliert. Daraufhin fuhren wir noch 2 Stunden bis wir unser Hotel erreichten, wo wir bereits von unserer chinesischen Partnergruppe erwartet wurden.

Am Abend ging es mit U-Bahn und Bus zum Fangcun Center.

Dort lernten wir unsere Partner und das YMCA Guangzhou näher kennen. Unsere Partnergruppe hatte einen kleinen Chinesisch Sprachkurs,  eine Präsentation über die Spezialitäten und einige Spiele vorbereitet.

Auch wir waren wieder an der Reihe unsere Heimat vorzustellen. Mit Karaoke, Brezelschnappen und einem kleinen Quiz konnten wir alle begeistern.

Als wir dann wieder Richtung Hotel mit den Bus unterwegs waren, hatten wir ein (für uns ) spektakuläres Ereignis: Auf Grund des sehr starken Verkehrs in einer sehr schmalen Straße stand unser  Bus mitten auf der Straße und verursachte ein kleines Verkehrschaos, da weder die Autos noch die Fahrräder oder die Fußgänger den Weg frei machen wollte.

 

Cheung Chau oder Black Dragon

Am dritten Tag besuchten wir vormittags einen Gottesdienst. Große Flachbildschirme sowie eine Band überraschten uns, als wir den Raum betraten. Auf den Bildschirmen konnten wir die Liedtexte verfolgen und wurden auch schnell angesteckt selbst mitzusingen. Anschließend folgte eine Rede vom Pastor. Für alle von uns war es ein ganz neues Erlebnis auf diese Weise an einem Gottesdienst teilzunehmen.

Anschließend hatten wir die Wahl zwischen zwei verschiedenen Freizeitaktivitäten. Die einen hatten Lust auf eine Wandertour über den Dragon Back, die anderen wollten lieber die Cheung Chau Insel erkunden.Für die Wandergruppe begann ihr Ausflug mit einer kurzen Busfahrt. Zweieinhalb Stunden ging ihr Weg über Treppenstufen, einen hügeligen Pfad und anschließend steil bergab. Als Abschluss wurde noch ein an der Küste liegender Markt besucht. Die Inselgruppe trennte eine Stunde Fahrtzeit mit der Fähre von Cheung Chau. Dort angekommen liefen sie durch das kleine Fischerdorf, besuchten einen Tempel, den Strand und erkundeten anschließend eine Piratenhöhle. Angeblich soll dort noch der Schatz der Piraten versteckt sein, gefunden haben sie ihn aber leider nicht.

Der Abend stand uns wieder zur freien Verfügung. Für viele stand der Victoria’s Peek auf dem Plan, von dem man die schönste Aussicht auf die Skyline von Hongkong habe soll und der tolle Ausblick konnte diese Aussage nur bestätigen. Aber auch andere Gegenden von Hong Kong wurden weiter erkundet.

Neue Freunde

An Tag Nummer drei war es endlich so weit: Zum ersten Mal trafen wir auf unsere Austauschpartner aus Hong Kong! Die anfängliche Schüchternheit wurde schnell durch einige Kennenlern-Spiele vertrieben und schon begannen die ersten Gespräche…..

…..und mit einer interessanten Präsentation über Universitäten in China und den YMCA wurde uns ein guter Eindruck über das Leben unserer Studenten gewährt.

Nach dem Lunch in der Mensa konnten wir gestärkt zum von uns vorbereiteten politischen Planspiel übergehen. Hierbei ging es um ein deutsches Unternehmen, welches in China fußfassen wollte und im Zuge dessen Schulen mit deutschem Schulsystem für die Kinder der Mitarbeiter einführen wollte. Wir wurden in Gruppen (z.B. Schüler, Bildungsinstitute, Premierminister) eingeteilt und mussten versuchen die jeweils anderen von unseren Zielen zu überzeugen. Nach hitzigen Diskussionen gab es schlussendlich zwar keinen Sieger, aber das Ziel des Spiels, nämlich unsere Verbindungen weiter zu stärken, wurde dennoch erreicht.

Nach dem anstrengenden Tag ließen wir in kleineren Gruppen den Abend mit unseren neu gewonnenen Freunden an verschiedenen Orten in Hong Kong ausklingen.

City Hunt

Der zweite Tag begann für uns mit einem Frühstück „american style“. Nach der morgendlichen Devotion wurden wir in vier verschiedene Gruppen eingeteilt und starteten dann direkt in den City Hunt, bei dem wir die Stadt spielerisch erkundeten.

In den einzelnen Gruppen wurden verschiedene Aspekte des Lebens in Hong Kong behandelt. Die Gruppe „Ausländer in Hong Kong“ interviewte mehrere Ausländer die in Hong Kong leben und arbeiten und befragte diese darüber ob und wie sich ihre Herkunft auf den täglichen Alltag auswirkt.

Die Gruppe „Umwelt“ sammelte Müll aus einer Mall, informierte sich über Umweltrelevante Thematiken und besuchte Orte wie den „Pets market“, wo Tiere unter fragwürdigen bedingungen gehalten und verkauft werden.

Die Gruppe „Lifestyle“ besuchte einen für einheimische wichtigen buddhistischen Tempel der, von Hochhäußern umgeben, mitten in Hong Kong liegt. Außerdem trieb sie in einem örtlichen Park Sport mit den „Hongers“ (so nennen sich die Leute aus Hong Kong selbst).

Die Gruppe „Armut und Business“ beschäftigte sich mit den Gegensätzen zwischen arm und reich, indem sie einerseits einen erfolgreichen Geschäftsmann nach seinem Erfolgsgeheimnis befragten und andererseits die ärmere Bevölkerung mit Essenspaketen versorgte.

Der Rest des Abends konnte von jedem selbstständig gestaltet werden, wobei sich die meisten für ein Menü bei Mr. Wong’s, einem berühmten all-you-can-eat Restaurant entschieden haben.

Let the adventure begin!

Endlich ist es so weit, unsere große Reise kann beginnen!

Nach einem verspäteten Start in Nürnberg waren wir schließlich auf dem Weg nach Amsterdam, unserem Zwischenstop, wo es nach kurzer Stärkung in den Flieger Richtung Hong Kong ging. Nun mussten wir 11 Stunden Zeit totschlagen, was uns dank zuvorkommendem Reisepersonal und ausreichendem Filmangebot auch gelang.

Jetzt nur noch durch die Kontrolle, das Gepäck wieder finden und schon war es geschafft. Gloria vom YMCA begrüßte uns mit netten Worten, Getränken und Gebäck und fuhr gemeinsam mit uns zum Wu Kwai Sha, unserem Aufenthaltsort für die erste Hälfte unseres Trips.

Am Abend erkundeten wir auf eigene Faust das Gelände und die Umgebung und fielen totmüde ins Bett.