Private Seenotretter im Mittelmeer: „Was wollen Sie tun – die Leute ertrinken lassen?“

MOAS
Bis Anfang Oktober wagten rund 165.000 Flüchtlinge die Überfahrt von Nordafrika nach Europa – nie zuvor waren es mehr. Die Zahl derjenigen, die auf dieser Reise 2014 ums Leben kamen, schätzt das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) auf 3343. Allein von Juli bis September soll es 2755 Tote gegeben haben.

Weiter verschärfen dürfte sich die Situation, wenn die Seenotrettungsmission „Mare Nostrum“ demnächst ausläuft. Im Oktober 2013 hatte Italien das Programm gestartet, als Reaktion auf den Untergang eines Flüchtlingsschiffs vor Lampedusa mit 390 Toten. Mehr als 150.000 Menschen konnte die Marine seither retten. Jetzt soll „Mare Nostrum“, auch auf Betreiben Deutschlands, nach und nach von dem deutlich billigeren „Triton“-Programm abgelöst werden: Statt vor der nordafrikanischen Küste aktiv nach Menschen in Seenot zu suchen, beschränkt sich dieser Einsatz zur Grenzsicherung auf das Seegebiet der EU.

Was tun gegen das Flüchtlingselend vor Nordafrika? Zwei reiche Malteser steckten geschätzte zwei Millionen Euro in eine private Rettungsmission.

Die Mission ist teuer, aufwendig – und doch als Idee so naheliegend, dass man sich fragt, warum bislang noch kein anderer darauf gekommen ist: Aus persönlicher Betroffenheit starteten Christopher und Regina Catrambone eine private Rettungsmission für Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. Einen Fischtrawler rüstete das maltesische Unternehmerpaar aus eigener Tasche zur Hilfsstation für Schiffbrüchige aus (MOAS, Migrant Offshore Aid Station).

Zwei Monate lang kreuzte die rund 40 Meter lange „Phoenix 1“ im Mittelmeer, um Flüchtlingen in Seenot zu helfen. Nach eigenen Angaben war MOAS in dieser Zeit an der Rettung von rund 3000 Menschen beteiligt. Ende Oktober endete die erste Phase der Mission, die der maltesische Ex-Militär Martin Xuereb als Direktor leitet.

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