Gebt Flüchtlingen (Wohn-)Raum! – ein Aufruf der EJN

2014-08-17movin
[Die Situation:ENGE] Wenn in Bayern von Flüchtlingen und Raum die Rede ist, geht es meist um die bedrängende Enge in den zentralen Aufnahmelagern, die sich für den derzeitigen Flüchtlingszustrom als völlig unterdimensioniert erweisen. Der Ruf nach mehr zentralen Anlaufstellen ist so richtig wie bekannt, ebenso die Forderung nach mehr Gemeinschaftsunterkünften. Aber damit ist das Problem (zu) vieler Flüchtlinge auf (zu) engem Raum nicht gelöst. Die Menschen stauen sich in den Gemeinschaftsunterkünften viel schneller, als neue Unterkünfte geschaffen werden können. Wenn sehr viele, teils traumatisierte Menschen unterschiedlicher Herkunft jahrelang auf sehr engem Raum zusammenleben und sich wenige Sanitäreinrichtungen und Küchenräume teilen müssen, sind Enge, Bedrängnis und Dauerstress an der Tagesordnung. Der Zwang zur Tatenlosigkeit und die Unmöglichkeit, das eigene Leben in die Hand zu nehmen, demoralisieren und zermürben. Menschenwürdig ist das nicht.

[Der Ausweg:AUSZUG] Diese Problematik könnte entschärft werden, wenn Flüchtlinge, die aus den Gemeinschaftsunterkünften ausziehen dürften, eine eigene Wohnung bekämen. Alleine in den Nürnberger Gemeinschaftsunterkünften leben derzeit etwa 200 auszugsberechtigte Flüchtlinge. Sie hätten die Chance, in dieser Gesellschaft anzukommen und ihr Leben selbstbestimmt in die Hand zu nehmen. Dass diese Menschen keine Wohnung finden, mag zum Teil der derzeitigen Situation auf dem Wohnungsmarkt geschuldet sein. Weitere Gründe für die meist wenig erfolgreiche Wohnungssuche auszugsberechtigter Flüchtlinge dürften in noch immer weit verbreiteten Vorurteilen und Ressentiments liegen. Wie sonst ist es zu erklären, dass Projekte wie „mov’in – WohnRaum für Flüchtlinge“ der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Nürnberg, die mit viel Engagement Flüchtlingen bei der Wohnungssuche helfen, die Situation nicht entscheidend verbessern können.

[Die Miete:BEZAHLT] Dabei sind beispielsweise die Mietzahlungen sicher: Auszugsberechtigte Flüchtlinge, die – oftmals wegen hoher Hürden, die den Zugang zum Arbeitsmarkt erschweren – keinen Job haben, beziehen meist Arbeitslosengeld II oder entsprechende Leistungen des Sozialamts. Zudem betreut die AWO die Flüchtlinge, auch nachdem sie eine Wohnung gefunden haben, weiter und steht als Ansprechpartnerin zur Verfügung, wenn etwas geklärt werden muss.

[Die Bitte:HELFEN SIE] Wir, die Evangelische Jugend Nürnberg, bitten Sie, dabei mitzuhelfen, dass auzugsberechtigte Flüchtlinge eine Wohnung bekommen. Kennen Sie jemanden, der Wohnungen vermietet? – Oder sind Sie sogar selbst ImmobilienbesitzerIn und hätten Wohnraum zu vermieten? – Wir bitten Sie: Überlegen Sie, ob Sie nicht auch an Flüchtlinge vermieten wollen.

Bitte melden Sie sich unter wohnraumprojekt@ejn.de. Wir geben Ihre Kontaktdaten an das mov’in-Projekt der AWO weiter.

–> Weitere Informationen bei der AWO

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