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Unterwegs in Bogota

Hola queridos amigos en Alemania!!! Hallo liebe Freunde in Deutschland!

Heute möchte ich euch ein bisschen von der Stadt Bogotá erzählen und von der Arbeit, die ich hier mache.

Doch vorab ein kurzes persönliches Up-Date:
Seit Anfang September wohne ich in einer kolumbianischen Familie, deren Wohnung gleich um die Ecke vom Hauptsitz des CVJM ist. Ich habe ein supergroßes Zimmer und wurde sehr herzlich aufgenommen. Das ermöglicht mir, ein bisschen mehr von der kolumbianischen Mentalität „von innen“ zu erfahren.
Auch haben mein Freund Micha und ich eine richtig coole Gemeinde gefunden, in der wir geistlich echt auftanken können und besondere Begegnungen machen, die uns sehr ermutigen.
Ab nächster Woche studiere ich jeden Samstag in der „Universidad Nacional“ (nationale Universitaet) - einen Kurs, der mir helfen wird mehr von der geschichtlich-politischen Entwicklung des Landes im 20. Jahrhundert zu verstehen. Wundersamerweise habe ich für diesen Kurs durch den CVJM ein Stipendium bekommen.
Nach wie vor geht es mir sehr gut hier und ich spüre wirklich, dass Gott mich an diesen Platz gestellt hat und ich hier einerseits total viel lerne, andererseits schon viel geben und verändern darf.

Bogotá: laut, schmutzig und liebenswert – eine Stadt der Kontraste

Wie auf die meisten Hauptstädte der Welt, trifft diese Charakterisation auch auf Bogotá zu. Allerdings ist jeder Stadtbezirk mit einer Ziffer betitelt, die Auskunft über seine sozial-ökonomische Verfassung gibt. Von 0 (Armenviertel) – 6 (vergleichbar mit den Münchner Villenvierteln) ist alles vertreten:

Die Reichen im Norden, die Armen im Süden. Je südlicher, desto bergiger, desto ärmer.

Ich arbeite in NOVA, einem Gewaltpräventionsprojekt in Ciudad Bolívar, das ganz im Süden liegt. Heute habe ich eine Familie besucht, die nach Bedingungen der Ziffer 0 lebt. 8 Kinder von 0 – 12 Jahren; 5 Betten (4 davon im letzten Monat vom CVJM gesponsert!!!), eine Zahnbürste für alle, kein eigenes Bad, jedes Kind hat nur ein paar Socken, keine Bettlaken, das Haus besteht nur aus zusammen gestellten Brettern mit einem Papp-Wellenblechdach. Dieser Familie fehlt es an den essentiellsten Dingen zum Leben! (Das gute ist, dass wir in NOVA jetzt mit dieser Familie arbeiten und sie finanziell und persoenlich unterstuetzen koennen!)

Dann fahre ich zurück ins Zentrum Bogotás, wo der Hauptsitz des CVJM liegt. Hier bin ich im Bereich Misión y Voluntario, dem christlichen Bereich des CVJM, in dem zugleich die ehrenamtlichen Mitarbeiter geschult und begleitet werden. Da wiederum arbeite ich größtenteils mit Jugendlichen und Jungen Erwachsenen „der Ziffer 3 und aufwärts“…Eine Stadt der Kontraste.

Mein Arbeitsprofil…genauso gegensätzlich

In Misión y Voluntario kann ich meine Leidenschaft für Theologie und christlich-sozialpädagogische Bildungsarbeit voll ausleben. Mein Freund Micha und ich haben dabei in den letzten Wochen 3 neue Gruppen, bzw. Projekte initiiert:

• „La naranja completa“ – eine Seminarreihe über Beziehung und Partnerschaft (Das ist hier das Thema schlechthin…das südamerikanische Temperament eben…)
• „Rumbear con Jesús“ – eine Jugendgruppe, in denen Jugendliche auf kreative Weise die Basics über den christlichen Glauben erfahren
• „SiSi“ – Jugendliche, die in ihrer christlichen Leiterschaft wachsen wollen

Im Projekt NOVA arbeite ich höchst sozialpädagogisch :-) mit sozial benachteiligten Jugendlichen und ihren Familien. Das heißt konkret, dass wir aufsuchende Arbeit machen, um Jugendliche von der Straße einzuladen, die sonst ihre Zeit nur mit Drogen, Sex, Kriminalität u.ä. verbringen. Wir bieten ihnen

• Angebote zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung, wie Break Dance, Theater u.a. Sportarten
• die Möglichkeit sich in einer Ausbildung für die spätere Arbeit zu qualifizieren sowie
• Workshops, in denen sie in ihrer Persönlichkeit wachsen können.
• Wir arbeiten mit ihren Familien, wo sich Problematiken wie Gewalt, Missbrauch u.a. zeigen

Die Ganzheitlichkeit und Wirkungskraft dieses Projektes haut mich immer wieder um.

Das war´s auch schon für heut.

Morgen fahre ich eine Woche in den Urlaub auf die venezuelanische Isla Margarita in der Karibik!

Ich freu mich auf eure Emails, Antworten und Kommentare!

Eure Anne

2 Kommentare für “Unterwegs in Bogota”

  1. Ulli Klein
    Oktober 15th, 2007 18:18
    1

    Hallo liebe Anne,
    danke für die Neuigkeiten aus Kolumbien. Ich hoffe dir geht es immer noch supergut und du strahlst die meiste Zeit über beide Wangen.
    Wir hängen gerade ein bisschen durch – waren beide krank und sind nun auf dem Weg der Besserung. Ich war zwei Tage ohne Stimme – im wahrsten Sinne des Wortes “sprachlos”. Aber unsere Tagung war super und wir sind bei der “Werkstatt der Hoffnung” alle reich beschenkt worden.
    Morgen hebt der Flieger nach Sizilien ab und wir beide freuen uns auf Sonne, Meer, Wind, Wellen und viel freie Zeit.
    Einen Schmatz und alles Gute du liebe Anne – von
    Ulli

  2. Rebekka Wagner
    Oktober 17th, 2007 13:39
    2

    Hallihallöchen Anne,
    es freut mich immer sehr, von dir zu hören – v.a. da es dir in der Ferne wirklich gut zu gehen scheint.
    Ich halte hier derweil bei Siemens die Stellung… :-)
    Hoffe, ihr hattet schöne, erholsame Urlaubstage und könnt jetzt weiterhin gestärkt euren Dienst tun.
    Ich denke ganz fest an euch!
    Sei ganz lieb gegrüßt und gedrückt,
    deine Rebekka<

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