… Und weiter gehts?!

Foto von mir: Der Stundenplan
vom Montag
Foto von mir: Das Klassenzimmer von 2M
In der zweiten Woche ging es dann schon zum Teil mit der Arbeit los, so war der Montag mein erster Arbeitstag in der Primary. Aufgrund doch leichter Nervosität und auch noch wegen des Jetlags konnte ich am Vorabend erst sehr spät einschlafen und so kam es, dass ich mich nach rund 3-4 Stunden Halbschlaf um 5 Uhr aufstehen musste. Doch mit viel Vorfreude auf die Kleinen packte ich meine Sachen zusammen und machte mich auf den Weg zur Primary. Ich war ein bisschen zu früh dran und so wartete ich im Klassenzimmer auf Miss Marks und die Schüler. So langsam trudelten alle ein und ich lernte Mika, die zweite Lehrerin kennen. In Hongkong ist es nämlich ganz normal zwei Lehrer/-innen für eine Klasse zu haben, die eine leitet hauptsächlich den Unterricht und die andere ist meist als Verstärkung da und daher mehr ein Assistent.
Das Interessante und das, was mich am meisten überrascht hat, ist, dass die
Kinder während des Unterrichts nicht an einem Schreibtisch sitzen, sondern auf einem Teppich vor der Tafel. Es ist nicht so, dass sie keine Tische hätten. Sie haben sehr wohl welche und auch einen eigenen Sitzplatz mit einem befestigten Namensschild, aber dort sitzen sie nur wenn sie Arbeitsaufträge haben, wie Lückentexte auszufüllen. Das heißt, dass sie wirklich die meiste Zeit auf dem Teppich sitzen, jedoch dürfen sie dort nicht irgendwie sitzen, sondern sie müssen im gekreuzten Beinen, geradem Rücken und zur Tafel gewannt sitzen, dass sich daran nur 2/3 der Klasse halten, wundert mich nicht allzu sehr. Aber dafür sind die Kinder alle sehr lieb.
In einigen Bereichen muss ich noch vieles lernen, zum Beispiel wie ich mit Celia umgehen soll, also wann ich ihr helfen soll und wann nicht. Sie ist ein kleines, tapferes Mädchen, die doch sehr eigenwillig ist. Das sollte sich aber hoffentlich mit der Zeit geben :)
Foto von mir: Wu Kai Sha Strand
Nachdem der Unterricht vorbei war, machte ich mich auf die Suche nach einer Lunchbox. Denn in Anbetracht meiner Arbeitszeiten würde sich sowas definitiv lohnen und glücklicherweise wurde ich auch schnell im „Japan Home Center“ fündig. Dann auf dem Nachhauseweg ging es noch zum Strand nahe Wu Kai Sha :)
Am nächsten Tag ging es dann mit der Müdigkeit weiter. Unausgeschlafen ging es ins Office.  Dort habe ich weitere deutschen Broschüren ins Englische übersetzt und versucht meine Übersetzungen an das Format dieser Broschüren anzugleichen. Das hat eigentlich ziemlich viel Spaß gemacht, aber da ich die anderen Mitarbeiter noch nicht so gut kenne, habe ich mich doch ein wenig isoliert gefühlt…
Foto von Miguel: die wichtigen 4 Herren
Am nächsten Tag waren wir mit bei der CYMCA Versammlung dabei. Diese ging relativ früh um 9.15 los und aufgrund meiner Müdigkeit, die sich wie eine rote Linie diese erste halbe Woche durchzog, ging es mir miserabel. Außerdem waren meine Augen vom Weinen am Vortag angeschwollen und so, war es ziemlich schwer an diesem Tag wach zu bleiben. Daher bin ich schon während des kleinen vorhergegangenen Gottesdienstes immer wieder kurz eingenickt, obwohl ich versucht hatte wach zu bleiben. Aber da meine Augen angeschwollen waren und somit wesentlich kleiner waren, die unglaubliche Müdigkeit aufgrund von nicht mal 8 Stunden Schlaf in den vorherigen Tagen und die in Kantonesisch gehaltene Predigt, ließen mich immer wieder wegnicken. Auch dann als die Vorstände des CYMCA of Hongkong auf die Bühne gingen um wichtige Dinge zu verkünden. Ich hatte mir fest vorgenommen währenddessen nicht einzuschlafen, das ging relativ lange gut bis ich dann doch eingenickt bin… Ich wurde glücklicherweise von Eric geweckt, sodass ich während dem Part als wir vorgestellt wurden, wenigstens aufstehen und winken konnte.
Nach der Andacht wurde ich dann von einem aus dem Vorstand angesprochen, ob ich ihn denn mit seinem Gerede gelangweilt hätte. Mir war das total unangenehm, nicht nur dass ich eingeschlafen bin, sondern dass er mich nun auch noch auf meinen Fau Pa angesprochen hat. So blieb mir nichts anderes übrig als mich zu rechtfertigen, aufgrund von meinem Schlafmangel und dem Jetlag. Ich hoffe einfach, dass er mir glaubt, denn es entspricht der Wahrheit und meine angeschwollenen, kleinen Augen mit den schwarzen Augenringen sind der Beweis dafür gewesen.
Dann ging es zur Secondary weiter, wo wir eine Art kleine Einführung von Tammy, einer Englischlehrerin, und Mandy, einer Projekt Planerin der Schule,  bekommen haben. So hatten wir einen kleinen Schulrundgang, als nächstes wurden wir Herrn Fan und Frau Ng vorgestellt,  der Erste ist noch ein Englischlehrer ;) und die Zweite ist die Vizedirektorin der Schule. Zusammen saßen wir zu sechst im Stuhlkreis, haben uns über ihre und unsere Erwartungen unterhalten, außerdem haben wir den ungewöhnlichen Stundenplan besprochen. In Hongkong gibt es unterschiedliche Stundenplansysteme. Der Stundenplan in der Secondary besteht aus Tagen A-F. Tag A beinhaltet zum Beispiel Mathe, Mandarin und Physik, der darauffolgende Tag besteht aber aus einer anderen Fächerkombination zum Beispiel Englisch, Biologie und Mathe. Da aber die unterschiedlichen Tage nicht in eine Woche passen, werden die restlichen auf die neue Woche verschoben. Dadurch ist nie jeder Montag ein Tag A und jeder Dienstag ein Tag B, sondern es wechselt sich durch. Den Überblick zu behalten ist in der Tat schwierig! :D

Beispiel:
              Montag Dienstag  Mittwoch Donnerstag Freitag
Woche 1: Day A Day B Day C Day D Day E 
Woche 2: Day F     Day A Day B Day C Day D
Woche 3: Day E Day F Day A Day B Day C

Nach diesem ersten Treffen, trennten sich dann meine und Miguels Wege. Ich ging nach Hause und wartete, dass irgendjemand nach Hause kommt mit dem ich mich unterhalten könnte.
Am Donnerstag hatte ich dann meinen ersten halben Office Tag, den ich auf den Nachmittag gelegt hatte, damit ich endlich ausschlafen konnte! Meine Güte tat das gut! TT.TT
Dann ging es ab zum Office, wo ich überraschenderweise auf Miguel traf. Denn eigentlich müsste er an diesem Tag in die Secondary, jedoch wurde uns am Mittwoch mitgeteilt, dass wir erst ab nächste Woche kommen sollen. So konnten wir dann nach getaner Arbeit am Abend auf die Suche nach einem chinesischen Restaurant machen und  wurden auch fündig. Jedoch, wie es bei allen billigen Restaurants ist, war die Speisekarte auf Chinesisch. Eine Dame, die mit ihrem Kind an demselben Tisch saß, war so nett und half uns bei der Suche nach Reis und Fleisch. Jedoch war ihr Englisch nicht so gut, bzw. konnten wir uns auch nicht alles merken, was sie uns übersetzt hat, sodass es am Ende doch ein Rätselraten war, was wir bekommen werden. :D Bei mir war es Reis mit Fleisch und erwärmten Schinken…. Auf letzteres hätte ich gut verzichten können ;)
Am Freitag saßen wir dann beide wieder bis 18 Uhr im Office. Daher hat mir Eric einen Bon für die Kantine gegeben, da er aber zu dem Zeitraum einen Termin hatte, übergab er Sumi die Aufgabe mich zur Kantine zu begleiten. Jedoch, hatte auch Sumi zu tun und so lief es auf Annie hinaus, die mich runterbrachte, mir das Essen zeigte und nachdem sie mich mit Essen an einem freien Tisch abgeliefert hatte, winkend verabschiedet hatte. Ein paar Minuten später kam Sumi vorbei und wir aßen zusammen und redeten über Mainland China, Japan und noch vieles mehr. Ich habe mich richtig gut mit ihr verstanden und freue mich sehr darüber sie besser kennengelernt zu haben.
Foto von mir: Minibus von innen
Dann kommen wir auch schon zum Wochenende. Da ich ja um 10 Uhr im Hin-King-Center sein muss, bin ich um 9 Uhr schon los um den Minibus zu erwischen. Das war das allererste Mal, dass ich mit diesem Minibus allein gefahren bin, denn meistens verstehen die Fahrer kein Englisch und diese Busse halten nur auf Anfrage an bestimmte Stationen. Wenn man also kein Kantonesisch spricht, kommt man mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht dort an, wo man ursprünglich hinwollte.
Aber glücklicherweise hatte ich von Bonnie einen Zettel, auf dem die Station steht, wo ich aussteigen muss. Diesen habe ich dem Busfahrer gezeigt. Mit einem etwas verdatterten Blick schaute er mich an und ich fragte ihn ob er da halten könnte. Er nickte und ich setzte mich auf einen freien Sitzplatz.
Foto von mir: Gymnastikplatz für Ältere.
 Im Hintergrund das Hin-King-Center
Am Anfang war ich noch überglücklich über meinen scheinbaren Erfolg, jedoch war ich nach einiger Zeit unsicher, ob der Busfahrer mich doch eventuell nicht richtig verstanden hatte. Diese Angst verschwand jedoch als ich ein „Miss, Next Station“ vom Busfahrer hörte. So ging es dann weiter zu den Kleinen um meine erste Englischstunde zu halten. Das
klappt im Allgemeinen ganz gut, ich habe nur das Gefühl noch ein wenig steif zu sein, aber hey(!) das war meine erste Stunde :) Es kann nur besser werden!
Dann ging es flott nach Hause um mich ein wenig frisch zu machen und meine ganzen schweren Sachen, die ich für die Arbeit gebraucht hatte, abzulegen. Dann ging es gleich weiter zu Cayenne mit der ich mich an Kowloon Tong am Exit C verabredet habe. Das war nicht ganz so einfach, denn es waren alle, wirklich alle Ausgänge angeschrieben außer den ich gebraucht hatte :D Nach ein bisschen umherirren, habe ich ihn schließlich gefunden und auch Cayenne getroffen. Dann sind wir zusammen durch die Shopping Mall mit dem Namen „Festival’s Walk‘ geschlendert, haben uns einige süße Läden angeschaut und uns sehr nett unterhalten. Das unglaubliche in Hongkong ist, dass es wirklich Shopping Malls gibt bei denen es Schlittschuh Plattformen gibt.
Foto von mir: Schlittschuh Plattform
An genau so einer Plattform haben wir auf Natalie gewartet und sind zu dritt weiter durch die Läden gelaufen bis wir zur MTR Station zurückgekehrt sind um auf Ramy zu warten. Als wir fast vollzählig waren, hieß es das Christie auch noch kommen wollte. Das war dann auch der Fall und zu sechst sind wir Minibus gefahren um zum Restaurant zu gelangen. Dort hatten wir Hotpot. Das ist eine Platte, die von unten erhitzt wird und auf die man verschiedene Fleischarten oder Gemüse legen kann, sodass diese in der Soße gekocht werden. Als unsere Platte gebracht wurde, lagen dort schon zwei große, panierte Fische mit Tofu und Nudeln aus Kartoffeln darauf. Als Beilage hatten wir noch spezielles Fleisch mit Grünzeug und Fleisch, das wir zusätzlich noch auf die Platte gelegt haben. Das Essen war unglaublich lecker, wenn auch zum Teil sehr scharf.
Foto von Christy: Ich & die Speisekarte :D
Danach gingen wir noch in ein kleineres Restaurant bzw. Cafe, in dem ich in die Welt der Desserts eingeführt wurde. Da gab es eine Speisekarte, die (für mich) 1000 verschiedenen Desserts aufgelistet hatte. Drei Desserts wurden von den anderen ausgewählt und ich sollte mich noch für zwei entscheiden. Ich sag euch: Das war mega schwer! Wie soll man sich aus 997 verschiedenen, lecker klingenden Desserts entscheiden? Q.Q Die einzige Methode, die mir übrig blieb, den größten und teuersten Teil auszuschließen und nach den Dingen zu suchen, die mir ins Auge springen. Auch diese Desserts waren so unglaublich lecker.
Foto von Cayenne: Ramy, Christy,
Cayenne, ich & die Dessert
s
Danach ging es langsam wieder auf den Nachhauseweg. Wie schon auf unserem Hinweg nahmen wir den Minibus zurück zur MTR Station um zusammen mit der nächsten MTR nach Hause zu fahren. Ich hatte wirklich einen tollen Abend: Ich konnte mich über so viele Themen mit ihnen unterhalten und habe dabei so viel Neues gelernt. Das sie mal wieder mein Essen gezahlt haben und mir das eigentlich mega unangenehm ist, muss ich wahrscheinlich nicht mehr erwähnen, oder? Vielen, vielen, vielen, vielen Dank für alles! Dieser Abend war für mich echt was Besonderes.
Foto von mir: in der
dt. Gemeinde
Nach diesem tollen Abend konnte ich am nächsten Tag wieder ausschlafen, wodurch meine Stimmung top war. Da ich an diesem Morgen nicht groß etwas zu tun hatte, machte ich mein Zimmer sauber und habe einen Teil meiner Wäsche gewaschen. Am Nachmittag ging es dann zum allerersten Mal zu der deutschen Gemeinde, in der wir auch tätig sein werden. Der Weg zur Kirche war weit und auch nicht ganz einfach, nachdem wir mehrere Male umsteigen mussten und auch für eine etwas längere Strecke den Bus nehmen mussten. Als wir fast da waren, fuhr Uli, der erste Vorsitzende an uns vorbei, begrüßte uns sehr freundlich und erklärte uns den restlichen Weg. Dort angekommen wurden wir auch nochmal von Herrn Hörschelmann sehr freundlich willkommen geheißen, der jedoch nicht lange bleiben konnte, da er den Gottesdienst vorbereiten musste. So saßen wir, umringt von Deutschen in einer Internationalen Kirche in Hongkong. Ein etwas komisches, aber auch heimatliches Gefühl, das doch sehr gut tut. Nachdem die Konfirmanden vorgestellt wurden, waren wir an der Reihe und wurden vorgebeten. Wir bekamen als kleines Willkommensgeschenk Brot! Oh mein Gott, das hebe ich fürs erste auf und wenn ich den Geschmack von Brot vermisse, erst dann werde ich es öffnen :)
Nach dem Gottesdienst nahm uns Uli in seinem Auto mit und setzte uns im Ma On Shan Plaza ab, wo wir uns noch in ein Restaurant setzten und was zu Abend aßen.