Stefan König
Liebe Geschwister,
selten fallen Zeilen so schwer wie diese. Ich schreibe aus dem Urlaub – einer Fahrradtour mit der Familie am Main-Rhein.
Gestern, am Samstag den 30. August, ist Stefan König (Leiter Kinderbereich) tödlich in der Fränkischen Schweiz verunglückt. Donnerstag und Freitag leitete er noch die Kinder-Abenteuer- und Klettertage mit. Am Samstag ging er dann mit seinem jüngeren Bruder und seiner Freundin Kathrin auf eine Tour. Beim Klettern stürzte er trotz Sicherung ab und fiel so unglücklich auf einen Stein, dass er seinen Verletzungen im Klinikum in Bayreuth erlegen ist. Der Schock durch den plötzlichen Tod sitzt bei allen tief.
Stefan wuchs in Lauben in der Nähe von Memmingen/Allgäu bei seinen Eltern mit zwei Brüdern auf. Nach einer Ausbildung und einem FSJ kam er zum Studium an die Evangelische Fachhochschule, welches er nächstes Jahr abgeschlossen hätte, und so auch in den CVJM Nürnberg.
Stefan lebte, glaubte und arbeitete seit fast drei Jahren bei uns im CVJM mit. Im Frühjahr trat er in die Mitarbeitergemeinschaft verbindlich ein und übernahm im Juli die Leitung des Kinderbereiches. Im letzten Mitarbeiterabend im Juli segneten wir ihn für diese neue Aufgabe. Vorbildlich leitete er seit Beginn seiner Nürnberger Zeit eine Kindergruppe für Jungs mit Christoph Bilz, Manuel Moldenhauer und Björn Ohlsen – erst in der Innenstadt, dann in der Gartenstadt/St.Emmaus.
Wie ich Stefan erlebt habe …
Noch zu Laubener Zeiten habe ich Stefan kennen und schätzen gelernt. In Nürnberg waren wir über zwei Jahre miteinander in einer Kleingruppe und spielten wöchentlich gemeinsam Fußball bei “Fußball zum Frühstück”. Seine angenehm zurückhaltend-besonnene Art, sein vom Vertrauen auf Gott geprägter
und selbstbewusst-verbindlicher Charakter faszinierten mich immer wieder. Ich war sehr glücklich, mit Stefan im gleichen CVJM leben zu dürfen. Mit Stefan konnte ich tief diskutieren und war begeistert von seinem gründlichen Denken und Reflektieren. Genauso wie er die Gemeinschaft mit Menschen liebte, zog er sich auch immer wieder für sich zurück und nahm sich Zeit, Lebens- und Glaubensfragen gründlich zu bedenken. Seine Freundlichkeit und natürliche Autorität (nicht nur) gegenüber Kindern öffnete ihm viele Herzen.
Er bewegte sich sehr gerne und so erinnere ich mich an viele wunderschöne Fußball-Zweikämpfe und ausgelassene Treppenhauspartys. Alles in allem: Stefan reißt allen, die ihn gekannt haben, ein tiefes Loch in unsere Herzen.
In die Trauer mischt sich Hoffnung …
Kein noch so gut gemeinter frommer Satz kann den Schmerz, den der Tod von Stefan auslöst, wegwischen. Deswegen bin ich auch kein Freund von Sprüchen, mit denen man die Trauer übertünchen will. Trauer hat ihren Platz und wenn nicht hier, dann bitte wo sonst?
Und trotzdem ist es mitten in der Trauer angebracht, daran zu erinnern – und das gehört dann eben zur Trauer mit dazu – dass Jesus Christus, auf den wir, auf den Stefan fest vertraut hat, gestorben und auferweckt worden ist. Und das dies ein berechtigter Grund für die Hoffnung ist, dass Stefan nicht nur gestorben, sondern heim gegangen ist. Das wischt den Schmerz nicht weg, sondern öffnet meinen Blick für eine größere Wirklichkeit – nämlich für die, dass wir als Glaubende im Leben wie im Sterben zu Christus gehören. Und das dies auch über Stefans Leben und Sterben gilt. Oder wie es der Psalmbeter
ausdrückt:
“Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen. Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein – so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.” (Psalm 139:5ff)
Bitte denkt in euren Gebeten an die Angehörigen und Kathrin.
Liebe Grüße und in Christus verbunden
Euer Michael
Trauer- und Gebetsabend
Daniela und Daniel Klein laden am Dienstag, 2. September 2009, in den CVJM Nürnberg-Kornmarkt um 19:30 Uhr zu einem Trauer- und Gebetsabend anlässlich des Todes von Stefan in den CVJM in die 2. Etage ein. Der Raum steht noch nicht genau fest.
Beerdigung
Am kommenden Samstag um 13.00 Uhr wird Stefan in Lauben bei Memmingen beerdigt.



September 7th, 2008 18:34
Wachet
und betet
den Ihr wisset`
weder den Tag
noch die Stunde,
wann der Herr
kommt.
Liebe Grüße Euer
Richard Brutscher
September 8th, 2008 12:12
[...] Den Nachruf findet ihr hier. [...]