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Presse: Ökumenischer Jugendkirchentag

In der NZ vom 11.5.2009:
«Dann hat es mit Jesus gefunkt»
Vom Ökumenischen Jugendkirchentag

Zum zweiten Mal nach 2006 richteten der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die Evangelische Jugend Nürnberg (EJN) am Samstag den Ökumenischen Jugendkirchentag aus. Zum Programm gehörten auch viele Workshops, in denen Jugendliche über Glaubensfragen diskutieren konnten.

Steffi kann den Tag genau benennen, an dem sie Christin wurde. Es war der 24. Dezember 2008. «Ich bin noch ganz jung im Glauben.» Freilich gehörte die 24-Jährige schon vorher zur Kirche, aber Religion spielte für sie keine größere Rolle. Ende vergangenen Jahres hat sie dann begonnen, sich intensiver mit Jesus und dessen Botschaft zu beschäftigen. «Und dann hat es gefunkt.» Seither ist der Glaube fest in Steffis Alltag integriert.

Die junge Frau erzählt ihre Geschichte im Workshop von Michael Götz mit dem Thema «Erwachsen werden im Glauben». Dass die Intensität der religiösen Gefühle schwanken, dass der Glaube durch persönliche Krisen sogar massiv ins Wanken geraten kann, weiß der heute 41-jährige Götz aus eigener Erfahrung nur allzu gut. 1991 musste der damalige Theologie-Student und heutige Leitende Sekretär des CVJM Nürnberg verkraften, dass ein sehr guter Freund von ihm bei einem Unfall schwer verletzt wurde.

Der Freund liegt heute noch immer im Wachkoma. Götz hatte damals sogar überlegt, das Studium hinzuschmeißen. Heute weiß er, dass Gott kein «Glücksgarant» ist. Aber er ist auch der festen Überzeugung, dass Gott ihn durch die persönlichen Krisen begleitet, dass er bei ihm ist.

Die jungen Frauen im Workshop verstehen Götz’ Argumente gut. Steffi spricht von der «unglaublichen Sicherheit», die sie im Glauben finde, weil sie Gott auch dann an ihrer Seite wisse, «wenn etwas schiefläuft». Menschen würden sich dann oft gegen einen stellen und jemanden als Versager abstempeln, Gott nicht. «Gott hat sich schon lange für uns entscheiden, das ist der Punkt. Es ist nicht unsere Entscheidung», pflichtet die 21-jährige Alexandra bei.

Ruhige, nachdenkliche Töne im CVJM-Haus. Rund 300 Meter weiter steppt indes der Bär. Auf dem Jakobsplatz können die Kinder und Jugendlichen Bogenschießen, auf Bierkästen klettern, kickern, auf einer Hüpfburg tollen oder den Bands zuhören. Angebote, die auch von vielen genutzt werden, die nur zufällig vorbeikommen, berichtet Detlef Rindt-Ermer (EJN). «Wir haben viel Laufkundschaft hier.»

Dies sei auch der Grundgedanke des ökumenischen Jugendkirchentags gewesen: «Wir wollen uns an einem sehr belebten Tag an einem sehr belebten Platz zeigen, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, die uns vielleicht noch nicht so kennen.»

35 000 Euro kostet die Veranstaltung, 15 000 übernehmen Sponsoren, den Rest stemmen die drei Verbände. Wegen der hohen Kosten wird es bis zur nächsten Veranstaltung wohl auch etwas dauern.

Doch der Erfolg spricht für eine Wiederholung. An den Workshops nehmen laut Rindt-Ermer rund 300 Jugendliche teil, wobei die praktischen Themen wie das Basteln eines Radiobeitrags über den Jugendkirchentag, Street-Dance oder Trommeln besser ankommen.

Dass viele der Angebote nicht direkt etwas mit Religion zu tun haben, hält Steffi nicht für problematisch. Vielleicht, überlegt sie, finden manche ja gleichsam «über die Hintertür» zum Glauben. Und dann funkt es auch bei ihnen.

Marco Puschner

–> Zwei Bilder gibt es bei der NZ

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