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Missionseinsatz und Trekking in China Mainland

Für jedes einzelne Wort Chinesisch, das ich bei Naomi und im Sprachkurs in Hongkong gelernt habe, war ich die letzten 10 Tage dankbar, die ich in China Mainland (wie die Hongkong-Chinesen es bezeichnen) in ländlichen nicht-touristischen Regionen verbracht habe.

Beginnen wir mit dem Missionseinsatz: Die christliche Arbeit des CVJM Hongkong ist sehr vielfältig: Bibelschule für Gemeinde-Mitarbeiter, Kooperationen mit vielen Kirchen, regelmäßigen evangelistischen Veranstaltungen für die eigenen 1500 Mitarbeiter des CVJM, Mitarbeiter-Gebetsgruppen, Seelsorge und Beratung, Predigdiensten an Schulen und Missionseinsätzen in anderen Ländern, vor allem in China Mainland.

An solch einem Missionseinsatz nahm ich die letzten Tage teil: Mitten in Guangdong, in der 1,2 Mio-Stadt Jing De und Kleinstädten in der Umgebung teil. Mit einem Team von 10 jungen Erwachsenen der CVJM-Hongkong-Bibelschule und einigen Hauptamtlichen besuchten wir verschiedene Kirchen und dazu gehörende Kindergärten und Altenheime, ermutigten die Christen, predigten, sangen Lobpreis-Lieder, machten Hausbesuche und beteten für die Menschen.

Die Menschen in dieser Region sind sehr arm. Sie haben gerade genug zum Leben, alles ist ein bißchen alt und dreckig, sobald die Jungen erwachsen sind, verlassen sie die Region und ziehen in die großen Städte, wo sie mehr Möglichkeiten zum Studieren und Arbeiten haben. Auf der Straße blieben die Menschen stehen und starrten mich an, weil sie selten bis nie einen Ausländer zu Gesicht bekommen haben. Die Kirchen hier sind in der Folge der Kulturrevolution erst seit 1992 wieder neu aufgebaut, das heißt sehr jung. Auch wenn die Christen nur einen kleinen Teil der Bevölkerung ausmachen und die Verwurzelung in anderen Göttern und Traditionen groß ist, breitet sich das Evangelium wie ein Lauffeuer aus. Dass Kirchen 3-4 Sonntags-Gottesdienste für je 200 – 400 Leute anbieten, ist ganz normal. Weil nicht mehr Kirchen gebaut werden dürfen, werden eben einfach mehr Gottesdienste angeboten. Aus Mangel an Geld für ärztliche Versorgung spielt auch das Gebet um Krankenheilung eine große Rolle.

Die Pastoren und Diakone machen eine wunderbare, aber sehr herausfordernde Arbeit. Ihre Gehälter sind sehr niedrig, ihre Arbeit ist begleitet von der ständigen Suche nach Spenden (zumeist aus Kirchen in Hongkong) und dem Mangel an reifen ehrenamtlichen Christen, die Leitungsverantwortung übernehmen können. Daher sind sie um jede Hilfe – missionarisch und materiell – unglaublich dankbar.

Absolut passend für diese Region ist der Vers aus Lk 10,2: „Jesus sprach zu ihnen: Die Ernte ist groß, der Arbeiter aber sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte.“

Vor dem Missionseinsatz gönnte ich mir einige Tage Urlaub und machte eine atemberaubende Trekking-Tour mit Esther in Yunnan, der südwestlichsten Provinz Chinas. Unser Ziel: die Tigersprungschlucht, mit seinen 5000m hohen Bergen, einzigartiger und wilder Natur und dem Haba-Snow-Mountain. Nach den ersten 2 Tagen in recht touristischen Pfaden, gipfelte unser Trip in einer absolut lokal-authentischen 2-Tagestour mit einem chinesischen Guide (der wirklich nur Chinesisch konnte!) auf schmalen, abenteuerlichen Pfaden rund um den Haba-Snow-Mountain, vorbei an Ziegenherden, über Plateaus, Felsformationen und Wälder inklusive Übernachtung in einem kleinen Dorf namens Yangjinhong in einer chinesischen, sehr gastfreundlichen Familie.

Die müden Glieder ließen wir in Shangri-La ausruhen und durften in 3300m Höhe tibetische Luft schnuppern, auch wenn das Atmen in dieser Höhe manchmal schwer fiel.

Eine absolut einmalige und unbedingt empfehlens- und wiederholenswerte Erfahrung in der herrlichen Natur Chinas.

Es grüßte Euch, erfüllt und dankbar,
Anne-Sophie aus China

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