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Interview mit Gästen aus dem CVJM Peru

Vom 10.-12. März waren Edgardo Crovetto (Generalsekretär), Raul Salas (geistlicher Leiter) und Gerd Bethke (deutscher Bruderschaftssekretär in Lima) zu Besuch im CVJM Nürnberg-Kornmarkt. Zum Abschluss ihres Besuches interviewte Michael Götz die peruanischen Gäste.

Was habt ihr die Tage im CVJM Nürnberg erlebt und gesehen?

Sehr viel. Wir haben einen sehr interessanten CVJM mit Profil erlebt. Ihr seid ein sehr lebendiger CVJM: fröhlich, einladend und aufmerksam. Und ihr lebt eine starke verbindliche Gemeinschaft untereinander. Das Miteinander von engagierten Ehrenamtlichen und kreativen Hauptamtlichen spürt man, ist sehr gut. Die CVJM-Sekretäre machen sich dafür stark, dass Ehrenamtliche wachsen können. Schön war es auch, die Ferienaktion „Kinderpowertage“ zu erleben. Uns hat beeindruckt, wie viele Kinder aus unterschiedlichen Kulturen und Nationalitäten hier zusammen gekommen sind. Auch die vielen kreativen Workshops bei den Kinderpowertagen waren inspirierend.

Außerdem haben wir ein großes Interesse gespürt, wie es uns im peruanischen CVJM geht. Das geschwisterliche Miteinander von euch hat uns sehr gut getan. Wir haben uns nicht in einem anderen Land gefühlt, nur die Sprache hat uns manchmal daran erinnert. Wir fühlten uns wie zu Hause. Das ist das Großartige des CVJM, das wir weltweit zu einer Familie gehören.

Welchen Eindruck hattet ihr von der Stadt?

Neben dem, dass die Stadt soundso sehr schön ist, hat uns die Leidenschaft von unserem Stadtführer Peter Scharrer, dem ehemaligen 1. Vorsitzenden des CVJM, beeindruckt. Wir haben bei ihm die Freude über seine Stadt gespürt. Und das ist gut. Wir haben gemerkt, wie ihr eure Stadt mit den Menschen liebt.

Was denkt ihr, sind die größten Herausforderungen des CVJM?

Die Internationalität des CVJM ist eine große Herausforderung und Chance des CVJM. Da geht es nicht nur um das „Machen“, sondern um das „Sein“ – international zu sein. In Nürnberg geht ihr sehr verantwortlich damit um, z.B. dass ihr euch für die Migranten einsetzt und mit ihnen gemeinsam Leben teilt. Das hat mich sehr tief bewegt. Ihr tut das – nicht nur aus dem sozialen Aspekt, sondern auch um eine Antwort aus dem Evangelium heraus auf die Frage der Zuwanderung zu entwickeln. Es war beeindruckend, Menschen aus dem Iran, Irak, Afrika, Asien zu sehen und wie ihr sie selbstverständlich in eurem Haus aufnehmt. Hier haben wir gespürt, wie ihr durch den Geist Jesu Christi motiviert seid. Denn Jesus ist gekommen, uns zu dienen und sein Leben für uns alle zu geben. Diese Liebe lebt ihr. Und damit habt ihr Antworten auf die Nöte der Stadt. Auch auf die tiefste Not, dass Menschen nämlich kein Vertrauen mehr zu Gott haben. Unser Gebet in Peru ist es, dass noch mehr Menschen in Nürnberg von Jesus angesprochen werden.

Was können wir von euch in Peru lernen?

Vielleicht können wir euch helfen, wie das funktionieren kann, mit unterschiedlichen Kulturen zusammen zu leben. Einige Kulturen in Peru sind schon über 1000 Jahre alt – Inkas und die vor ihnen gelebt haben. Eine Kultur, die von den Spaniern mit einer ganz anderen Kultur verdrängt wurde. Das hat natürlich auch viele Konflikte zu Tage gebracht. Da wir uns immer mehr der europäischen Kultur geöffnet haben, haben wir vieles vergessen, was vorher gewesen ist. Durch die große Zuwanderung von Menschen aus dem Amazonas-Gebiet und den Anden nach Lima haben wir uns neu auf unsere kulturellen Wurzeln besonnen. Die Musik aus den Bergen hat man z.B. früher nicht gehört und ist heute selbstverständlich. Ebenso ist es mit vielen Produkten wie Alpaka, dem Essen oder der Kultur. Von 1940 bis heute ist die Bevölkerung in der Hauptstadt Perus von 50 000 auf knapp 10 Millionen gestiegen. Die Zuwanderung beinhaltet durch die unterschiedlichen Kulturen natürlich viele soziale Probleme. Und das ist genau der Ort, wo der peruanische CVJM sich einbringt. Mit unserem Einsatz versuchen wir die Kluft zwischen den Kulturen zu schließen.

Ich glaube auf eine ganz andere Art und Weise kann dies in Deutschland auch geschehen. Die Migranten, die nach Deutschland kommen, bringen ihre Kultur mit. Es gibt Tendenzen sich abzusondern. Und somit ist es eine große Herausforderung, wie die Zuwanderer sich in der deutschen Kultur integrieren können. Was der CVJM hier in Nürnberg tut, kann auch ein Beispiel für andere CVJM in Deutschland sein. Es geht um eine echte Versöhnungsarbeit zwischen den Kulturen. Insgesamt könne wir sagen: Euch im CVJM Nürnberg kennenzulernen war ein ganz außergewöhnlicher Besuch für uns. Vielen Dank und ihr seid jeder Zeit herzlich in Lima willkommen

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