Der Fernsehturm in Ostberlin
Liebe Leser,
er sollte das Prestigesymbol für die technische Leistungsfähigkeit der DDR werden – der 365 m hohe Fernsehturm in Ostberlin. Doch schon seit der Inbetriebnahme am 3.Oktober 1969 erschien bei Sonnenschein ein riesiges Kreuz auf den Blechprismen der Fernsehturm-Kugel. Die Berliner spotten bis heute über die „Rache des Papstes“ an der sozialistisch-atheistischen DDR-Regierung..
Für viele Christen war es aber viel mehr als eine billige Rache, sondern bekam eine tiefe Bedeutung.
- Wir Menschen können Gott ignorieren und Gleichgültigkeit ist härter als Ablehnung.
- Wir können ihn mit guten logischen Argumenten ins Reich der Märchen verbannen.
- Wir können uns mit tausend noch so wichtigen Dingen von Gott ablenken.
- Wir können Jesus Christus als vorbildlichen Menschen huldigen und als Gottes Sohn leugnen.
- Wir können das Kreuz für das Scheitern eines Idealisten halten.
- Wir können die Auferstehung Jesu ins Reich der Phantasien von verblendeten Anhängern verweisen.
Ja – wir können dies alles. Und das Verrückte dabei: Es muss uns nicht mal schlecht dabei
gehen.
Doch trotz all unserem Können, haben wir auf EINES keinerlei Einfluss. Keinerlei!
Nämlich dass Gott
- anfängt uns zu ignorieren.
- anfängt, dich und mich ins Reich der Märchen zu verbannen.
- anfängt, uns als seine Kinder zu leugnen.
- aufhört, Dich und mich zu lieben!
Und daran erinnert der Berliner Fernsehturm. Daran erinnert uns das Kreuz darauf. Daran erinnert uns auch der Karfreitag. Denn „niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde“ (Joh 15,13). So geschehen in Jesus am Kreuz für uns. Daran erinnert uns auch der Ostersonntag. Daran, dass der Tod nicht das letzte Wort über diese Welt hat. „Tod, wo ist dein Sieg? Tod wo ist dein Stachel?“ (1.Kor 15,57)
Die Frage lautet nun: Lassen wir uns daran erinnern? Und mehr noch: Wie antworten wir auf die Einladung Gottes? In diesem Sinne eine gesegnete Oster– und Pfingstzeit
Michael Götz
