Der andere Advent
DER ETWAS ANDERE ADVENT… Hello friende, Geseende Kersfees en Nuwe jaar 2008
Hallo Freunde, gesegnete Weihnachten und ein erfrischendes neues Jahr 2008
Hinter mir liegt ein so ganz anderer Advent – die Südafrikaner nennen die weihnachtliche Zeit „festive season“.Die Tage werden immer länger und sonniger (30-35Grad), milde Abendluft lädt zu Spaziergängen am Strand ein, der Himmel zaubert die schönsten Farben, wenn die Sonne untergeht, Kinder spielen bis in die Nacht draußen auf den Straßen und als wäre eine große Dunstwolke über Cape Town, duftet es überall nach „Braai“ (südafrikanische Grillfeste mit viel,viel,viel Fleisch).
Nur das Weihnachtsshoppingfieber artet auch auf der Südhalbkugel ins Grenzenlose aus. In den Kaufhäusern erinnert der Weihnachtsschmuck eher an amerikanische Weihnachten mit Glitzer, Glanz und Lametta. Etwas exotisch aber wunderschön anzusehen sind die Weihnachtsmänner mit braungebrannten Gesichtern und weißen Bart, denen die Kinder ihre geheimen Wünsche zuflüstern. Aber was mich immer wieder überrascht: Lindt-Schoko-Weihnachtsmänner haben es auch bis in die Shops von Cape Town geschafft.
Aber nicht alle hier feiern Weihnachten und Neujahr. Aufgrund der vielen Religionen und Kulturen kommt es selbst zur Weihnachtszeit zu einem seltsamen Zusammenspiel aus Lobgesängen zu Jesu Geburt, schallenden Neujahrsgebeten von den Moscheen und Zeremonien der Xhosas.
Doch ich habe festgestellt, egal wie man Weihnachten organisiert, nach was es riecht, ob es in Sand oder Schnee gefeiert wird: Weihnacht kommt einfach so! Dazu braucht es nicht unsere Traditionen! Weihnachten geschieht da, wo man sich verschenkt, ohne Sorge zu haben man könnte selbst zu kurz kommen. So lässt sich Weihnachten auch ganz gut im Hochsommer feiern
BAU NICHT DEIN HAUS AUF DEN LOSEN SAND…
Wir, das heißt Konni und die Jule, sind nun glückliche und zufriedene Bewohner eines feinen, kleinen Hauses, dass – zwar nicht auf Sand gebaut, aber 10 Minuten Fußweg vom Strand entfernt gelegen ist. Die Gegend heißt BAY VIEW und ist ein Neubaugebiet, wo vorwiegend „coloured“ Familien wohnen. Wir sind so dankbar gerade da zu sein, weil wir so mitten im Leben der Menschen sind, mit denen wir auch arbeiten. Es ist wie auf dem Dorf: Kinder spielen und hüpfen überall herum, die Nachbarn sind höchst gesprächig, offen und freundlich und neugierig, was die Mädels von Over-seas hier machen. Natürlich hat Gott auch wieder einen Engel direkt neben uns platziert- ein Polizist im Nachbarhaus, der über uns wacht und uns warnt.
ALCOHOL, DRUGS & GANGS
Was ich nur aus Spielfilmen kannte, womit die Computerspiele-Industrie großes Geld macht, ist hier kalte Realität. In den letzten Wochen habe ich einen vertieften Einblick in die Kriminalität Südafrikas bekommen. Der Cape Flats YMCA arbeitet neben Schulsozialarbeit auch in Gefängnissen und mit Jugendlichen, die gefährdet sind eine kriminelle Laufbahn einzuschlagen. Die Situation der Gesellschaft erfordert es, den Arbeitsbereich des YMCA auszubauen.Wir haben angefangen, Ideen und Konzepte zu sammeln, um ein neues Projekt in Schulen für Gewaltprävention zu starten. Aus Umfragen, die wir in verschiedenen High Schools gemacht haben, kamen für mich erschreckende Resultate zu Tage: Schwarz auf Weiß konnte ich nun lesen, das Drogenhandel, Gangs Treffen (Kämpfe zwischen verschiedenen Cliquen mit Waffen aller Art), psychischer und physischer Missbrauch auf der Tagesordnung steht.
Alternativen gibt es für viele Jugendliche nicht; der Grund für ihr Verhalten ist: sie wollen überleben- sie wollen wer sein!!!
Umso wichtiger wird also auch für einen Christen hier, seine Identität als Kind Gottes konsequent zu leben, zu lieben und klare Standpunkte zu vertreten.
SONNENSCHEIN UND SONNENBRAND…
Hurra, hurra, der Sommer, der ist da!!! Das bedeutet für tausende Kinder in Cape Town und Umgebung neben Weihnachtszeit auch Sommerferienzeit! So war ich den ganzen Dezember mit Ferienprogrammen und Sommercamps beschäftigt. Spiel und Sportwettkämpfe, Tänze, Schreirufe und Wasserschlachten brachten den YMCA in Bewegung. Wassermelone brachte Kinder zum strahlen und kühlte von innen her, aber um einen Sonnenbrand kam ich nicht drum rum
SCHICK DEIN GEBET ZUM HIMMEL…
Jeden Tag neu spüre ich Gottes Güte und Treue in meinem Leben, Menschen begegnen uns auf den Straßen und segnen uns. Erst gestern – mitten in der Einkaufpassage- kam ein Mann auf mich zu und sprach Gottes Segen und Liebe über mein Leben aus. Gottes Fußspuren sind überall, nicht nur in der Ferne, gerade eben auch vor DEINER Haustür.
Danke, für alle eure Gebete, sie werden Tag für Tag erhört.
- Bitte betet auch für die Mitarbeiter im CapeFlatsYMCA, viele von ihnen sind sehr ausgelaugt vom Jahr und brauchen Ruhe zum auftanken.
- Ein großes Gebetsanliegen sind auch immer noch die wöchentlichen Andachten: Der Fokus auf Gottes Wort sollte Grundlage für alle anderen Herausforderungen im YMCA sein. Es kostet sehr viel Kraft und Geduld ein Programm kontinuierlich zu installieren und zu erhalten.
- Im YMCA sind im Moment auch viele strukturelle Veränderungen: ab dem neuen Jahr gibt es einige Mitarbeiterwechsel und Umbauarbeiten im Office. Möge Gott die leitenden Kräfte mit Weisheit für die kommenden Aufgaben ausstatten.
Ich verabschiede mich jetzt in den Urlaub…und werde mit 2 anderen mutigen Mädels
über die Grenzen Südafrikas hinausreisen, um das Land der Löwen und roten Wüsten zu entdecken- Namibia.
Bis bald
bleibt behütet, ich schicke euch paar Sonnenstrahlen
eure Jule
