Guangzhou ist echt verrückt nach Deutschland – der „German Style Workshop“ beim YMCA

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„Deutschland – Land der Tugend, Land der Schönheit“DSC_8776 s

Wer von den CVJM-Mitgliedern, bzw. Teilnehmer schon mal
mit in China war weiß wie groß die Augen aller Chinesen
werden, wenn man mal vorbeischaut, wie aufgeregt und
freudig die liebenswürdigen Chinesen sind und mit welcher
Zuwendung, Interesse und Fürsorge sie einem begegnen.
Das überrascht uns immer wieder und haut auch einige der
Deutschen um.
Aber das liegt schlicht und einfach daran, dass die Chinesen
hier total auf den „Westen“ abfahren und Deutschland hat da nochmal eine obere Sonderstellung. „Wunderschön, rein, ruhig, warm- und offenherzig,effizient, strukturiert und ein echtes Paradies“, das schießt den Chinesen durch den Kopf, wenn sie Deutschland hören. Mit einigen deutschen Restaurants, Oktoberfest, Highlights aus der Bundesliga in der U-Bahn, schicken deutschen Autos auf der Straße und mit Siemens, TÜV SÜD & CO, ist Deutschland hier auch ein echter Name!

Wenn wunders dann, dass der YMCA of Guangzhou auf die Idee kam, mit ihrem neuem deutschem FSJler einen monatlichen „German Style Workshop“ ins Leben zu rufen.

Das ist ein weiterer Arbeitsbereich von mir hier beim YMCA GZ.
Jeden Monat soll ich einen sogenannten „German Style Worshop“ halten zu unterschiedlichsten Thema, irgendwas das mit Deutschen oder Deutschland zu tun hat.

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Inzwischen hatten wir in schon 2 Mal und es gibt einen unglaublich großen Andrang darauf. Geplant waren 20 Teilnehmer, nach nur 2 Tagen nach der Ausschreibung haben wir schon auf 30 erhöht und mussten 2 Tage immer noch zahlreichen Leuten leider absagen. – und das bei einem neuen Start eines Programms!

Wer kann sich denn nach unsere liebe Anna aus Guangzhou erinnern? Dieses kleine, aber energiegeladene, frohe und immer lachende Mädchen, dass im Juli/August unsere Zeit im Kornmarkt bereichert hat. Sie hat mir erzählt eine Sache: Die sie echt beeindruckt hat war das Teamwork, dass sie im CVJM erlebt hat. Gab es ein großes Event, haben sich aus allen Mithelfern kleinere Gruppen gebildet die dann die Details und Vorbereitung in der eigenen Gruppe vertieften, z.B. eine für das Essen, eine für die Deko, eine für den Programmablauf, eine für den Auf- und Abbau etc… Das würde sie gerne den GZlern mitgeben!

So gab es einen „German Working Stlye Workshop: Teamwork“, aus dem letztlich der eigentliche „German Style Workshop“ entsand.

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Mit 30 Leuten sangen wir, spielten wir, haben uns Bilder von Rothenburg, Bayreuth, Altmühlsee, Neuschwanstein und Ostsee angeschaut und haben uns viel unterhalten (unglaublich: Ich habe noch nie so viele Chinesen getroffen die sehr sehr gutes Deutsch sprechen und drauf und dran waren das mit mir zu üben! ). Letztlich ging es aber an die „Arbeit“. Wie kann man Eventplanung im Kleingruppenstil am besten zeigen: Genau man schmeißt selbst eine Party! So ging es die erste Hälfte erstmal darum in gerade geformten Bereichsgruppen Teile des Programms, ein paar Lieder + Gesang, die Deko, ein paar Spiele und einen Worship-Teil vorbereiten und anschließend wurde das geplante gleich in die Tat umgesetzt und wir hatten eine Menge Spaß!

Doch inzwischen gab es schon unseren 2. „German Style Workshop“ zum Thema: Deutsche Mentalität. Oh oh oh, da gab es auch mal ein paar dunkle Seiten der Deutschen zu sehen: Streitereien, heiße Diskussionen, offene Kritik die auch schmerzhaft sein kann. „Das ist einfach der deutsche Weg der Konfliktlösung. Das nimmt nach nicht persönlich sondern nutzt die Chance“.
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Zu verschiedenen Situationen wurden Szenen gespielt oder gezeigt wie ein Chinesen und ein Deutscher (zumindestIMG_7050 s basierend
auf Kulturstandards) reagieren wurde, wie er die Sache
angeht. In Deutschland lässt man halt doch mal sein
Kind mit seinem schmutzigen Geschirr alleine um es
zu Eigenverantwortung zu erziehen oder manchmal
fährt eine Seniorin halt doch mal einen Mann, der auf
einem Sitz für ältere Leute sitzt mit den Füßen auf den
gegenüberliegenden Sitz, scharf und öffentlich an.
Das hat einige Chinesen doch schockiert von dem so
strukturierten und offen-herzigen Deutschland. Aber sie
nehmen es uns nicht übel, sie haben Verständnis.
Und als wir dann anschließend alle das Fliegerlied sangen und tanzten war dann wieder alles in Butter!

Auf jeden Fall kann ich echt spüren wie dieser eigentlich verrückte „German Style Workshop“ zur Völkerverständigung beiträgt. Das ist kultureller Austausch der wirklich tief geht und über die Medien und Gerüchten hinweg. Und es macht wirklich ein bisschen Spaß die Chinesen mit ein paar Fakten über Deutsche umzuhauen, sie übernehmen es aber oft anschließend selbst.

Danke an alle deutsche Leser: Ihr weckt hier echt Begeisterung und Energie!
Alles Gute zu 25 Jahre Mauerfall!

Euer FSJ in Guangzhou
Miguel

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