,Busy‘ und erfüllte Wochen in Hongkong

Busy!“ (beschäftigt) ist eines der Lieblingswörter der Hongkong-Chinesen, das nicht nur für ihr sehr hohes Arbeitspensum und die häufig damit verbundene Schnelligkeit gilt, sondern genauso für ihre Freizeit. Die MTR (U-Bahn) Hongkongs ist immer voll mit Menschenmassen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit quer durch die Stadt unterwegs sind. Busy waren auch meine letzten Wochen im CVJM Hongkongs.

Predigen und vom Glauben erzählen in einer chinesischen Gemeinde sowie in der Hauptamtlichen-Versammlung des CVJM, regelmäßige Mittagessen-Termine mit ganz verschiedenen Hauptamtlichen des CVJMs zum Kennenlernen und Austauschen gehörten genauso dazu, wie eine Mitarbeiterschulung für die Ehrenamtlichen der deutschen Gemeinde in Hongskong zu geben, einen Vortrag für Sozialarbeiter im Bereich Schulsozialarbeit und schulbezogene Jugendarbeit halten und chinesische Studenten sprachlich und kulturell auf eine Jugendbegegnung und ein Workcamp in Deutschland und Rumänien vorbereiten, das wir als CVJM Nürnberg diesen Sommer anbieten. ,Busy‘ und erfüllte Wochen in Hongkong weiterlesen

Tag 2: Der unerwartete Gast

Die Bergung des Verletzten gelang

Stellt sich heraus: Unser Lager war doch nicht unbewohnt. Indianer besiedelten das Gebiet um die Minen. Also kam gestern Abend ihr Häuptling zu uns ans Lagerfeuer: Er fordere uns dazu auf, wegzugehen. Unser Sheriff lies sich aber nicht lumpen und hat verhandelt. Der Preis für das Land war eine Jagd für die Indianer. Unsere Beute sollte schon am nächsten Morgen fällig sein.

Also zogen wir los: Halbelf. Stockdunkel. Ein ganzer Kilometer zum Jagdgelände. Taschenlampen konnten wir nicht mitnehmen; die hätten uns sonst nur die Wölfe heran gelockt; die hätten uns dann unsere Beute genommen. Und dann hätten wir wieder nach Hause fahren müssen – denn die Indianer hatten gesagt, dass sie uns vertreiben, wenn wir nicht genügend für sie sammeln.

Der erste Goldfund

Wäre diese Aufregung schon genug für einen Tag gewesen, war es doch lange nicht alles, was wir gestern erlebten: Wir erforschten die Minen auf unserem Gelände. Das hieß also: In Gruppen zogen wir von Mine zu Mine. An der einen befreiten wir mit einem Schlauchboot Goldgräber aus dem Schacht, an der andren mussten wir mit einem wandelnden »A« verletzte Kollegen aus einer Höhle bergen. Das war ganz schön schwierig. Einer stellte sich in das »A«, vier andere zogen an vier Schnüren, die ganz oben am Holzgestell befestigt waren. So konnten wir das »A«,  fortbewegen.

Kein Wunder also, dass wir nach so einem Tag alle Müde waren. Und ach ja – heute Morgen kam der Häuptling wieder. Er war mit unserer Beute zufrieden. Wir bleiben also.

 

PS: Lieber Basti, lieber Chris – wir vermissen dich!

Der 1. Tag: Goldgräber legen Lager an

Gestern kamen wir an: 40 Kinder, 12 Mitarbeiter. Wir wollen Gold sammeln. Viel Gold. Ob wir hier was finden? Andere Gruppen waren auch schon an diesem Platz. Auch auf der Suche nach Gold. Nicht alle wurde fündig.

Nach zweistündiger Busfahrt kamen wir an: Erholt. Frisch gekühlt. Ausgeruht. Es erwartete uns das »Gold River Camp«. Die Gruppenzelte standen schon. Aber unsere, die durften wir Kids selber aufbauen. Was für eine Arbeit: Immer wieder wehrten sich die Planen und Stangen gegen das Aufstellen. Als alle Zelte standen, lief die Goldgräberausbildung an – Goldgräberpässe wurden verteilt, Regeln aufgestellt, gemalt und kleine Säckchen für unser Gold gebastelt.

Die Kinder werden im Gold River Camp von Goldgräbern begrüßt

Nach so viel harter Arbeit mussten wir uns erstmal stärken – leckere (zugegebenermaßen aufgeplatzte – das Aufbauen hatte etwas länger gedauert) Würstchen und Kartoffelsalat halfen uns dabei.

So konnten wir gestärkt in den Abend gehen: Im Saloon gab es eine Power Hour. Es ging um den Mann, der eine Perle in einem Acker gefunden hatte und daraufhin alles verkaufte, was er hatte, um den Acker zu kaufen. Fast ein bisschen wie wir: Haben zu Hause unsere warmen und schön eingerichteten Zimmer zurückgelassen und hausen hier auf einer Wiese. Hier soll es zwar keine Perlen geben, aber vielleicht werden wir mit dem Gold fündig …

Trotz des leichten Gewitters und des ein oder anderen vielbeinigen Mitbewohners waren wir so erschöpft, dass wir dankbar in unsere Schlafsäcke krochen.

Ehemaliger bayerischer CVJM-Generalsekretär im Reisedienst bei ERF Medien

Hans Martin Stäbler ist theologischer Referent im Reisedienst bei ERF Medien

Lauf/Wetzlar (ERF). Der ehemalige langjährige Generalsekretär des CVJM-Bayern, Hans-Martin Stäbler (Lauf bei Nürnberg), ist jetzt als theologischer Referent für ERF Medien in Deutschland unterwegs. Das gaben ERF Vorstandsvorsitzender Jürgen Werth (Wetzlar) und Stäbler bekannt. Ehemaliger bayerischer CVJM-Generalsekretär im Reisedienst bei ERF Medien weiterlesen

Wieder daheim und den fehlenden Schlaf nachgeholt – was bleibt von der Generalversammlung des YMCA Europe?

Jahreshauptversammlung in Prag – 4 Tage – 26 Delegationen – 130 motivierte und begabte CVJMer aus ganz Europa – vieles gleich und gleichzeitig alles im Wandel – langwierige Diskussionen und kurzweilige Reden – alte Freunde und neue Gesichter – Vorstandswahlen und Feiern – beten und sich kaputt lachen – 10 Visitenkarten mehr und 1 kg Haribo-Dreiecke weniger – …

Teilnehmende im Gespräch über Gerechtigkeit und Frieden

Mich persönlich begeistert die Vielfalt und die Begeisterung, die jedes Mal wieder auf der General Assembly sichtbar wird.
Die CVJM in den verschiedenen Ländern haben völlig verschiedene Größen, Strukturen, Mitarbeiterzahlen, Ressourcen, Methoden, Angebote, aber auf ihre Weise haben alle das gleiche Ziel: Jungen Menschen, Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen, Perspektiven und neue Horizonte zu eröffnen, sie zu befähigen, ermutigen und herauszufordern und sie zu fröhlichen, starken, aktiven Bürgern zu machen.

Mich fasziniert die Offenheit, aufeinander zuzugehen, einander zuzuhören und von der eigenen Situation zu erzählen. Mir tut es gut, dass mal nicht Beruf, Geld, … im Vordergrund steht, wie so oft in deutschem Small Talk sondern das Engagement für andere.

Mich freut die Wertschätzung, einander wahrzunehmen und kennenzu– lernen, einander positive Rückmeldung und Ermutigung zu geben, miteinander Ideen zu spinnen und Erfahrungen auszutauschen.

YMCA Europe General Assembly 2012 – Erinnerung an vier wunderbare Tage – hoffentlich nächstes Jahr wieder!

Silvia Lazaridis

 

Demokratie – nur ein leeres Wort?

Deutsche Delegation bei der Generalversammlung von YMCA Europe in Prag

Demokratie – nur ein leeres Wort? Ein totes Skelett? – Oder ein lebendiges Grundprinzip unserer Arbeit ? Ein Antrieb für Beteiligung insbesondere Jugendlicher?

Fragen, die uns auf der diesjährigen Generalversammlung des YMCA Europe am ersten Tag besonders beschäftigten.

Peace, Justice and Democracy — Frieden, Gerechtigkeit und Demokratie. Diese Worte stehen für den ersten Teil der im letzten Jahr verabschiedeten Strategie des YMCA Europe.

Nach einer Einführung von Doris Klingenhagen in den Dschungel der EU-Jugendpolitik, hatten wir die Chance in Diskussionsgruppen gemeinsam in unsere Programme im CVJM, unsere Strukturen und die tatsächliche Beteiligung Jugendlicher hineinzuschauen. Sind wir darauf vorbereitet, für unsere Jugendlichen als Teilnehmer unserer Programme einzutreten, sogar gegenüber der EU?

Viele „JAs“, aber auch einige „Neins“… Es fehlt an Informationen und Zugängen zu politisch Verantwortlichen an manchen Stellen. Aber der Wunsch sich für benachteiligte Jugendliche einzusetzen ist insbesondere unter den jungen Erwachsenen im CVJM größer denn je. Mit der Etablierung einer europäischen Gruppe für Jugendpolitik werden nun endlich die bisherigen Bemühen auf politischer Ebene koordiniert und mit der Arbeit an der Basis verbunden. Ein Großteil dieser Arbeitsgruppe besteht aus jungen Erwachsenen, die die Chance sowie die Notwendigkeit für den CVJM sehen, auf europäischer Ebene die Stimme Jugendlicher zu Gehör zu bringen.

Marisa Vögele